Wie Einkaufen rund um die Uhr auf dem Land möglich wird
„Unser Dorfladen Mandern“ wurde zusammen mit drei anderen Dorfläden als Pilotprojekt für hybride Dorfläden in Rheinland-Pfalz ausgewählt. Wie das moderne Konzept funktionieren soll und was sich Mandern davon verspricht.
Selbstbedienungskassen gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten. In kleineren Orten sind dagegen Dorfläden mit kurzen Öffnungszeiten und beschränkten Angeboten oft die einzigen nahen Einkaufsmöglichkeiten. Ein neues, vom Land gefördertes Konzept soll kleinen Geschäften auf dem Land Öffnungszeiten rund um die Uhr ermöglichen. Das Konzept: Hybride Dorfläden.
Rheinland-Pfalz wählt Mandern als Pilotprojekt für hybride Dorfläden aus
Der kleine Dorfladen mitten in Mandern ist von der Landesregierung Rheinland-Pfalz zusammen mit den Dorfläden in Klausen (Bernkastel-Wittlich), Höringen (Donnersbergkreis) und Seibersbach (Kreis Bad Kreuznach) als Pilotprojekt für das Konzept ausgewählt worden. Für den Umbau der vier Läden in das moderne Hybridmodell stellt das Land insgesamt rund 190.000 Euro zur Verfügung.
Hybridläden bedeutet, dass die Geschäfte neben ihren regulären Öffnungszeiten mit Personal künftig auch zu Zeiten geöffnet sein sollen, in denen kein Personal vor Ort ist. Dafür ist eine technische Ausstattung mit Selbstscanner-Kassen, Zugangs- und Sicherheitssystemen geplant.
Innenminister Michael Ebling sagt: „Wir haben uns bewusst entschieden, den hybriden Betrieb zu erproben und nicht einen vollautomatisierten Dorfladen aufzumachen.“ Die langjährige Erfahrung der Dorfladenberatung zeige, dass neben der Nahversorgungsfunktion auch die soziale Funktion der Dorfläden eine wichtige Rolle spiele. Die Läden seien Treffpunkte und Kommunikationsorte in der Gemeinde.
Mandern: High-Tech-Tante-Emma-Laden vereint Tradition und Zukunft
Tim Kohley, Ortsbürgermeister von Mandern, verspricht sich viel von dem modernen Konzept. „Die Einführung längerer Öffnungszeiten, die ohne Personal auskommen, bietet uns die Möglichkeit, den Umsatz zu steigern und gleichzeitig neue Kundenpotenziale zu erschließen“, teilt er mit. In der Vergangenheit seien die Umsätze des Dorfladens schwierig gewesen, insbesondere aufgrund steigender Energie- und Personalkosten. Das soll sich nun ändern. Die Umbaumaßnahmen sind bereits im Frühjahr 2025 geplant.
Das Projekt „Hybride Dorfläden in Rheinland Pfalz“ läuft bis Ende 2025. Es soll laut Innenministerium wichtige Referenzwerte zur Bewertung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit von zukünftigen Dorfladenprojekten erbringen und als Blaupause für andere Dorfläden dienen.
Tim Kohley: „Unser Dorfladen bringt die notwendigen Voraussetzungen mit, um dieses Pilotprojekt erfolgreich umzusetzen — wie die starke Bindung an die Bürger, Vereine und Gemeinde.“ Ergänzend zum Hybridkonzept soll im Rahmen eines weiteren Förderprogramms die Ladenfläche vergrößert werden. Das gesamte Projekt sei ein „zukunftsorientierter Schritt“, um den Manderner Dorfladen wettbewerbsfähig zu halten. „Es vereint Tradition und Innovation und setzt Maßstäbe für die Nahversorgung auf dem Land“, so der Ortsbürgermeister.
Einkaufen am Wochenende: Modernes Konzept für Mandern
Das geplante Projekt kommt bei den Bürgerinnen und Bürgern in Mandern gut an. Kohley stellt fest: „Wir haben bereits zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten.“ Er sei stolz, dass Mandern als Pilotstandort ausgewählt wurde. Der High-Tech-Tante-Emma-Laden soll eine attraktive Anlaufstelle werden — auch für Ortsfremde. Kohley: „Durch die erweiterten Öffnungszeiten, insbesondere an Wochenenden, erhoffen wir uns auch eine stärkere Nachfrage von Kunden aus den umliegenden Gemeinden.“
Autor: Anna-Lena Görgen (Volksfreund)